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2018-02-14 | Förder Know-How

Geh bitte wie lang dauert das denn noch? Alles über den „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“

Sie haben wochenlang an einem Förderantrag gearbeitet, haben alle Unterlagen zusammengestellt und den Antrag beim Fördergeber eingereicht. Sie brennen für Ihre Idee und würden am liebsten gleich mit dem beantragten Projekt loslegen. Doch dann: In der Empfangsbestätigung des Fördergebers lesen Sie, dass es bis zu 3 Monate dauern kann, bis es zu einer Förderentscheidung kommt! Und selbst dann kann es noch viele Monate dauern, bis die erste Förderrate tatsächlich auf Ihrem Konto landet.

Die Lösung: Nutzen Sie den vorzeitigen Maßnahmenbeginn

Vorzeitiger Maßnahmenbeginn. Was so sperrig klingt ist im Grunde nichts anderes, als die Möglichkeit, Projektkosten bereits ab dem Tag der Einreichung geltend zu machen und nicht erst ab dem Tag der Zusage. Doch Vorsicht: Nicht bei allen Fördergebern ist diese Option klar geregelt.  Oft bieten die Fördergeber dieses Instrument nicht aktiv an, sind jedoch meist durchaus bereit eine individuelle Vereinbarung mit dem Antragsteller zu treffen. Gerade bei Innovations- und Produktentwicklungsvorhaben geht es ja schließlich auch darum, möglichst schnell am Markt zu sein um sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Bei aller Euphorie: Es muss Ihnen bewusst sein, dass Sie damit das Risiko tragen, auf den bereits angefallenen Kosten sitzen zu bleiben, wenn das Projekt nicht genehmigt wird.

6 Grundsätze beim vorzeitigen Maßnahmenbeginn

Um den zeitlichen Druck aus einer Förderung zu nehmen, sollten Sie folgende 6 Grundsätze beachten:

 

1. Planen Sie genügend Zeit ein wenn Sie Förderungen beantragen wollen.

Als Faustregel gilt

  • 3 Monate von der Entscheidung einen Antrag einzureichen bis zur Einreichung
  • 3 Monate von der Einreichung bis zur Förderentscheidung
  • 3 Monate von der positiven Förderentscheidung bis zur Auszahlung einer Startrate
  • 3 Monate von der Einreichung des Abschlussberichtes bis zur Auszahlung der Schlussrate

 

2. Screening der Förderlandschaft

Betreiben Sie ein laufendes Screening der Förderlandschaft. Idealerweise suchen Sie sich einen Profi in diesem Bereich, mit dem Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Vorhaben und Projekte diskutieren. Profis kennen die Förderlandschaft und können die Chancen für eine Förderung besser einschätzen.

 

3. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Treffen Sie frühzeitig eine Entscheidung, ob für ein geplantes Vorhaben eine Förderung beantragt werden soll oder nicht.

 

4. Vorbereitung ist alles

Halten Sie Standardinformationen wie eine Unternehmensbeschreibung, Lebensläufe, etc. stets auf dem aktuellen Stand um wertvolle Zeit bei der Antragserstellung zu sparen.

 

5. Richtlinien lesen

Lesen Sie die Richtlinien und Ausschreibungstexte genau durch um zu verstehen wie die Förderung abläuft, ab wann Kosten geltend gemacht werden können und wie die Zahlungsmodalitäten aussehen. Nur so können Sie einen Förderantrag vernünftig planen.

 

6. Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn

Sind Sie trotz der bisher genannten Maßnahmen gezwungen das Projekt bereits vor einer Zusage zu starten, so stellen Sie rechtzeitig einen Antrag auf „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“, um bereits ab dem Tag der Einreichung Projektkosten geltend machen zu können. Beachten Sie dabei die weiter oben beschriebenen Risiken!

 

7. Zwischenraten

Bei Fördergebern, die laut Richtlinie erst nach Projektabschluss eine Förderung auszahlen, besteht dennoch oft die Möglichkeit, eine „Zwischenrate“ zu vereinbaren. Sprechen Sie rechtzeitig mit dem Fördergeber darüber und stellen Sie sicher, dass diese abweichenden Vereinbarungen im Fördervertrag festgehalten werden!